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Themenbaukasten Ressourceneffizienz

Lehr-Lern-Materialien für Schulen (Sekundarstufe I)


Wissen, wie Zukunft geht: Das brauchen wir als Gesellschaft, insbesondere die jungen Menschen. Für einen nachhaltigeren Weg in die Zukunft gehört dazu unbedingt ein Verständnis der Zusammenhänge und Auswirkungen von Gewinnung und Nutzung von Ressourcen sowie grundlegende Strategien der Ressourcenschonung.

→ Mit einem Themenbaukasten Ressourceneffizienz wollen wir anregen, diese wichtige Nachhaltigkeitsproblematik in Schulen zu thematisieren, um Jugendliche zu aktiven, bewussten Entscheidungen zu befähigen, und stellen dafür Lehr-Lern-Materialien, ausführliches Hintergrundwissen und vielfältige Anregungen für den Unterricht bereit.


Vom Wolkenkratzer zum Bleistift, von der Windkraftanlage bis zum Smartphone, wir Menschen bauen uns unsere Welt aus Rohstoffen. Sie sind die materiellen Ressourcen, die uns befähigen, unser Leben zu gestalten. Alle Rohstoffe entnehmen wir der natürlichen Umwelt und auf verschiedensten Wegen gelangen sie schließlich dorthin zurück. Beides ist mit erheblichen ökologischen Auswirkungen verknüpft, genauso wie viele der durchlaufenen Zwischenschritte. So wird etwa die Hälfte des menschengemachten Klimawandels durch die Art und Weise, wie wir Material gewinnen, verursacht (International Resource Panel 2019). Für eine nachhaltigere Zukunft müssen wir Strategien entwickeln, effizienter und nachhaltiger mit Ressourcen umzugehen.

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts r+Impuls wurden von Mitarbeiter:innen des Fraunhofer ISI und des Fraunhofer IFAM in Kooperation mit der Junior Ingenieur Akademie der Deutschen Telekom Stiftung Unterrichtsmaterialien zum Thema Ressourceneffizienz entwickelt, die in Art eines Baukastens modulartig die verschiedenen Aspekte dieses Themenbereiches beleuchten. Übergeordnetes Ziel ist hierbei, Jugendlichen ein grundsätzliches Verständnis der Zusammenhänge und Auswirkungen von Gewinnung und Nutzung von Ressourcen sowie grundlegende Strategien der Ressourcenschonung zu vermitteln.

Überblick über Struktur und Inhalt der vorliegenden Unterrichtsmaterialien


Der Themenbaukasten Ressourceneffizienz besteht aus einem inhaltlichen Begleitheft mit ausführlichem Hintergrundwissen und umfangreichen Lehr-Lern-Materialien für die Sekundarstufe I. Die Materialien sind in acht thematische Module gegliedert, die aufeinander aufbauend alle nötigen Wissensbausteine liefern. 

Die Materialien sind bewusst flexibel gestaltet, sodass Lehrerinnen und Lehrer den Umfang und inhaltlichen Fokus an ihre jeweiligen Rahmenbedingungen oder auch an außerschulische Kontexte anpassen können. Auch das Herausgreifen einzelner Module oder die bewusste Erhöhung der Komplexität für ältere Schülerinnen und Schüler soll möglich sein.

Vier Grundlagenmodule schaffen eine umfassende Wissensbasis:

1. Begriffserklärung Ressource
2. Ressourcenverwendung
3. Probleme einer intensiven Ressourcennutzung
4. Lösungsansatz Ressourceneffizienz mit ihren drei Strategien

  • der Steigerung der Materialeffizienz,
  • der Substitution von Materialien
  • sowie der Kreislaufschließung, also des Recyclings.

Drei Aufbaumodule setzten dann unterschiedliche Schwerpunkte:

5. Grenzen und Zielkonflikte zur systemischen Herangehensweise an die Problemanalyse (insb. für ältere Schülerinnen und Schüler),
6. Beispiele aus der aktuellen Forschung im Bereich der Ressourceneffizienz,
7. Handlungsoptionen im Alltag der Jugendlichen am Bespiel des Smartphones und der ressourceneffizienten Ernährung.

Jedes Modul enthält einen Ablaufplan, der der Lehrkraft einen Überblick zur Gestaltung des Unterrichts gibt. Zunächst wird das Thema des Moduls in Stichpunkten umrissen und die übergeordneten Lernziele des Moduls genannt. Dann werden die zur Verfügung gestellten Materialien und ihre Anwendung im Unterricht beschrieben. Für jedes Modul werden die theoretischen Grundlagen in Form einer PowerPoint-Präsentation angeboten. Danach gibt es praktische Aufgaben, die das vermittelte Wissen in Einzel- oder Gruppenübungen oder -aktivitäten übertragen. Zum Abschluss bietet der Ablaufplan eine Auswahl an zusätzlichen Materialien an, die optional für eine weitere Vertiefung genutzt werden können.

Für die Lehrerinnen und Lehrer sind die inhaltlichen Module 1-6 in einem Begleitheft ausführlich erklärt. Das Thema Ressourceneffizienz wird hier für Personen mit naturwissenschaftlich-technischem Grundverständnis, aber ohne Vorwissen zum Konzept der Ressourceneffizienz, umfassend erklärt und dargestellt. Ein Glossar mit vielen Begriffserklärungen ist ebenfalls enthalten.

Der Themenbaukasten beinhaltet außerdem die Option eines Praxisprojektes:

8.  Praxisphase in Gruppenarbeit

  • Grundlagen des Projektmanagements
  • Bearbeitung einer konkreten Problemstellung im Bereich Ressourceneffizienz aus dem individuellen Schul- oder Ortskontext.


Übergeordnete (Lern)ziele

Das BMBF will die Ziele der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland strukturell in allen Bildungsbereichen verankern. Diese Unterrichtsmaterialien sollen helfen, das Thema Ressourceneffizienz im Rahmen der Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsdebatte für Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen. Gleichzeitig formuliert die OECD für die PISA-Studie die Basis der naturwissenschaftlichen Grundbildung für die Sekundarstufe I als die Fähigkeit, „naturwissenschaftliches Wissen anzuwenden, naturwissenschaftliche Fragen zu erkennen und aus Belegen Schlussfolgerungen zu ziehen, um Entscheidungen zu verstehen und zu treffen, welche die natürliche Welt und die durch menschliches Handeln an ihr vorgenommenen Veränderungen betreffen“ (Deutsches PISA-Konsortium 2001; OECD 1999). 

Angelehnt an beide ist das Ziel dieser Materialien, den Schülern und Schülerinnen Zusammenhänge zwischen ihrem Handeln und einer der drängendsten Nachhaltigkeitsdebatten, der Ressourcennutzung und -schonung, verständlich zu machen und sie somit zu zukunftsfähigen Entscheidungen zu befähigen. Denn jede Konsumentscheidung im Alltag und der darauffolgende Umgang mit Produkten sowie die richtige Entsorgung sind mit einem Ressourcenaufwand verknüpft. Somit haben auch Jugendliche täglich die Möglichkeit, Ressourcenschonung als Kriterium im Sinne der Nachhaltigkeit in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Trotz altersgerechter Aufbereitung soll der Komplexität des Problems Rechnung getragen und Systemverständnis mit verschiedenen Einflussfaktoren und Zieldimensionen vermittelt werden. Das Aufzeigen von grundlegenden Strategien zur Entwicklung konkreter Lösungswege dient dann der Verknüpfung eines umfassenden Problemverständnisses mit strategischem, lösungsorientiertem Denken, um die Schülerinnen und Schüler zum Handeln zu befähigen. Durch praxisnahe Auseinandersetzung – bezogen sowohl auf den aktuellen Forschungskontext als auch auf den Alltag der Jugendlichen – hoffen wir, nachhaltiges Interesse und Sensibilität für die verschiedenen ökologischen, ökonomischen, technologischen und gesellschaftlichen Facetten des Themas zu wecken.

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